Wahrheit und Wahrhaftigkeit

Wahrheit und Wahrhaftigkeit

Von anderen Menschen wünschen wir uns, dass sie uns die Wahrheit sagen…aber: Was ist denn eigentlich DIE WAHRHEIT? Gibt es sie, die eine Wahrheit?

Wenn ein Mensch ehrlich zu uns ist, wird er uns das sagen, was ER in diesem Moment für die Wahrheit hält. Aber was ist, wenn dieser Mensch dabei gar nicht ehrlich zu sich selbst ist? Wenn er selbst etwas für die Wahrheit hält, was in Wirklichkeit jedoch eine Illusion ist, in der er lebt oder eine Lebenslüge, die er sich selbst erschaffen hat?

Wir sehen immer nur das, was uns vom anderen gezeigt und offenbart wird. Und wir nehmen das wahr, was wir sehen wollen. Einen anderen Menschen wirklich zu kennen, ist eine Illusion. Genau wie die EINE Wahrheit.

Die Wahrnehmung der Wahrheit

Es gibt immer mehrere Facetten der Wahrheit, so wie ein Mensch viele Facetten hat, unterschiedliche Seiten und verschiedene Anteile seiner Persönlichkeit. Wahrheit hat etwas mit Warhnehmung zu tun. Mit unserem begrenzten Bewusstsein können wir immer nur einen Teil wahrnehmen, einen Teil des anderen und einen Teil der Wahrheit. Wir sehen mit unserem Verstand niemals alle Aspekte, das GANZE, das kann nur das Herz und die Seele.

Manchmal zeigen sich hinter der vermeintlichen Wahrheit weitere, unbewusste Aspekte, die man selbst bis dahin nicht gesehen hat oder nicht sehen wollte. Diese Aspekte gehören zu der tieferen Wahrheit in uns selbst, zu unserer inneren Wahrheit.

Ein wahrhaftiger Mensch lebt im Einklang mit seiner inneren Wahrheit. Er ist in erster Linie ehrlich zu sich selbst. Er hat gelernt, alle Aspekte in sich anzuerkennen und wahrzunehmen. Er hört seine innere Stimme und damit seine innere Wahrheit. Nur ein wahrhaftiger Mensch kann wirklich ehrlich sein und kommt der Wahrheit damit ziemlich nahe.

Bedeutet das, je wahrhaftiger ein Mensch ist, umso ehrlicher und verlässlicher ist er? Wem sollen wir denn vertrauen, wenn es nicht DIE Wahrheit gibt? Jeder Mensch sieht seine eigene Wahrheit oder eben das, was er in diesem Moment für die Wahrheit hält. Es gilt also, uns selbst zu vertrauen, unserer Wahrnehmung, und unserer eigenen inneren Wahrheit zu folgen.

Genau so ist es mit den Ratschlägen von außen. Ein guter Freund will uns vielleicht vor einem (vermeintlichen) Fehler bewahren, vermeiden, dass wir verletzt werden und rät uns deshalb von etwas ab. Manchmal gehört jedoch etwas, das von außen als nicht gut für uns erscheint, zu unserem Weg und ist für uns genau richtig. Das kann niemand anderes wissen – nur wir selbst.

Anstatt in blindem Vertrauen einem anderen Menschen glauben zu wollen, dass er uns die Wahrheit sagt, sollten wir immer mit unserer eigenen inneren Wahrheit in Überprüfung gehen und auf die Stimme unserer Seele hören – und nicht auf die unseres Verstandes.

Denn der Verstand will uns vor unguten Gefühlen und Verletzungen schützen und sagt häufig, NEIN, wenn das Herz JA sagt. Dem Herzen zu folgen bedeutet nicht gleichzeitig und mit absoluter Sicherheit, dass alles gut wird (was ist denn „gut“?) oder genau so, wie wir es uns erhoffen. Manchmal gehört gerade auch eine schmerzhafte Erfahrung zu unserem Weg und zu unserem Seelenplan, weil sie wichtig für unser Wachstum und für unsere Entwicklung ist. Weil sie uns weiter bringt auf unserem Weg. Auch wenn es sich manchmal anfühlt, als wäre es die falsche Entscheidung gewesen.

Was ist richtig und was ist falsch? Was ist die Wahrheit?

Nur eines ist klar: Unser Herz und unsere Seele kennen unsere eigene innere Wahrheit und führen uns so zu den Erfahrungen, die wir im Leben machen sollen.

Gehen wir also den Weg zu mehr Wahrhaftigkeit und folgen unserer inneren Stimme!

 

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