Wir brauchen kein Ziel, denn wir alle haben schon eines – wir haben es nur vergessen!

Wir brauchen kein Ziel, denn wir alle haben schon eines – wir haben es nur vergessen!

Zielgerichtetes Denken und Handeln wird uns schon ganz früh beigebracht. Wir lernen: um etwas zu erreichen (im Leben), muss man dies und das tun.

Um…zu…

Ich war so ein leistungsorientierter Mensch und habe schon früh mein Leben auf die Erreichung von Zielen ausgerichtet. Dies prägte meinen Weg, bis ich erfahren durfte, dass dies keine echte, dauerhafte Erfüllung bringt.

Heute weiß ich:

Wir brauchen KEIN Ziel! Denn wir alle haben schon eines – wir haben es nur vergessen!

In NLP- und Motivationstrainings lernen wir, wie wir unsere Ziele definieren und erreichen – spezizifisch, terminiert, realistisch. Aber brauchen wir wirklich so ein Ziel im Leben? Von klein auf haben wir genau das gelernt. Uns wurde beigebracht, dass es im Leben darum geht, auf ein Ziel „hinzuarbeiten“.

Unser Verstand ist in diesem Falle der, der steuert, kontrolliert und lenkt. Strukturiertes, rationales Denken ist wichtig – keine Frage. Es ist in der linken Gehirnhälfte angesiedelt, entspricht der rechten Körperseite und ist Teil der männlichen Kraft und Energie, die für Aktivität steht. Es ist erforderlich, um Dinge im Aussen umzusetzen. Allerdings ist dies für viele Menschen in unserer leistungsorientierten Gesellschaft immer noch das einzig und ausschließliche.

Aber es gibt noch eine andere, essentielle Kraft im Leben. Die Welt besteht aus Dualitäten: Licht und Schatten, männlich und weiblich, Aktivität und Passivität, innen und aussen.

Hingabe, Gefühl, Innenwendung und Intuition gehören zur weiblichen Energie. Diese Qualitäten sind der rechten Gehirnhälfte und linken Körperseite zugeordnet. Aus Passivität im Sinne von geschehen lassen, loslassen und vertrauen entsteht Kreativität und Führung im Leben. Jeder von uns trägt sowohl das Männliche wie auch das Weibliche in sich. Wird ein Anteil zu stark betont oder gar ausschließlich gelebt, entsteht ein Ungleichgewicht mit vielfältigen Auswirkungen. Lebt ein Mensch gänzlich aus dem Verstand heraus und lehnt er die anderen Anteile in sich vielleicht sogar ab, so kann dies zu Überforderung, Druck, gesundheitlichen Beschwerden usw. führen.

Es geht darum, beide Seiten in die Balance zu bringen. Der richtige Ausgleich zwischen Gefühl und Verstand, Aktivität und Passivität, Hingabe und Führung bringt uns in unsere Mitte und unsere Kraft.

Insofern ist die Aussage „Wir brauchen kein Ziel“ natürlich als bewusst überspitzt formuliert zu verstehen und will zielgerichtete, leistungsorientierte Menschen dazu aufrufen, nicht ausschließlich auf die Kraft des Verstandes zu vertrauen. Wir können nicht alles planen im Leben – das Leben hat seinen eigenen Plan für uns!

Wir alle haben bereits ein Ziel in diesem Leben. Es ist jedoch keines, das unser Bewusstsein erfassen könnte. Es ist nicht aus dem Verstand heraus erschaffen, passt nicht auf To-Do-Listen und ist nicht spezifisch, rational und terminierbar. Und schon gar nicht im Detail planbar!

Es ist ein übergeordnetes Ziel im Sinne des großen Ganzen und beinhaltet unsere Lebensaufgabe. Wir sehen nie den ganzen Weg, sondern immer nur den nächsten Schritt. Aber wir können wieder lernen, uns führen zu lassen, uns dem Fluss des Lebens hinzugeben und zu vertrauen. Wir können lernen, zu unterscheiden und zu erkennen, welchem Ziel wir gerade folgen und mit bestimmten Methoden immer wieder in die Überprüfung gehen.

Hören wir auf die Stimme unserer Seele, damit wir uns nicht verlaufen im Labyrinth des Lebens. Denn sie kennt nicht nur den Weg, sondern auch das Ziel!

 

There are 2 comments for this article
  1. Julia at 17:15

    Liebe Maria,

    ich bin gerade zufällig auf deinen schönen Blog gestoßen und insbesondere dieser Beitrag gefällt mir sehr gut! Danke für die schöne Erinnerung. Ich habe mich in letzter Zeit auch viel mit dem Thema Glück und der übergeordneten Lebensaufgabe auseinandergesetzt und darüber auf meinem Blog geschrieben. Daher bin ich sehr froh, hier eine Gleichgesinnte zu finden.

    Ich schaue ab jetzt öfters vorbei. 🙂

    Viele liebe Grüße
    Julia von roadheart.com

    • Maria Author at 22:52

      Liebe Julia,

      danke für Dein Feedback! Ich kann das nur zurückgeben-habe gerade auch in Deinen Blog geschaut und erkenne viel von meinen eigenen Gedanken wieder! Schön, sich mit Gleichgesinnten zu vernetzen – ich schau jetzt auch öfters bei Dir vorbei😉
      Alles Liebe
      Maria

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